CCC-Clubtreffen

Studienreise nach Paris

20. -  23. April 2002



 Leben wie Gott in Frankreich !?!

Nach langer Winterpause führte uns das erste Treffen 2002 nach Paris. Herr Alf Dobbertin, Paris-Kenner und Fachjournalist vom "Backjournal", hatte diese Reise organisiert und begleitete uns als Reiseführer. Am ersten Tag stand ein Besuch der "Europain" auf unserem Programm, am zweiten die Besichtigung renommierter Hotels. Zwischendurch blieb genug Zeit, um auf eigene Faust das touristische und das kulinarische Paris zu erkunden, wofür uns Herr Dobbertin auch einige Tipps gab.

Besuch der "Europain - Eurotraiteur - Intersuc - Interglaces"

Nach einem typisch französischen Frühstück mit Baguette, Toast, Butter und Konfitüre - Fahrt mit unserem Bus zum Messegelände. Clubmitglieder mit Französischkenntnissen werden dort zu "Messe-Guides" für alle anderen, so dass wir in kleineren Gruppen losziehen können.

  • Gemeinschaftsmesse der Bäcker, Konditoren und Glaciers und daher sehr vielseitig. Insgesamt sehenswert.
  • Mehrere Wettbewerbe finden statt:
    Weltmeisterschaft der Bäcker (Deutschland ist nicht vertreten!), nationale Meisterschaften der Glaciers, Krokantmeisterschaften
  • Zahlreiche Schulen sind mit lebenden Werkstätten präsent
  • Interessanteste Neuheit:
    Schokoladenhohlkugeln mit Firmenlogo oder Mustern (Fa. PCB; www.pcb-creation.fr)

Besichtigung der Grand Hotels "Lutetia" und "Prince de Galles"

Durch das Hotel Lutetia führt uns Chef-Patissier Thierry Bridron:

  • Das Hotel: 1910 im Art-Deco-Stil gebaut
                     gehört zur Concorde-Gruppe; Eigentümer: Taittinger
                     238 Zimmer, 50 Suiten
  • Restaurants: 
    - Gourmet-Restaurant "Paris" (1 Michelin-Stern) mit 40 Plätzen;
      Innenarchitektur von Sonia Ryckiel im Stil eines Schiffes
    - 2 Bars; Speisenangebot: Fingerfood
    - Brasserie mit 200 Plätzen; typisch französische Küche und Meeresfrüchte
    - Bankettkapazität bis 1000 Personen
  • Patisserie:
    - 16 Mitarbeiter
    - Vom Frühstück bis zum Dessert: alles selbstgemacht
    - Desserts größtenteils á la minute - daher längere Wartezeiten

Das Hotel Prince de Galles ist ebenso luxuriös, aber etwas kleiner (169 Zimmer) und wird uns von Küchenchef Pierre-Dominiqe Cécillon gezeigt:

  • Herr Cécillon ist seit 21 Jahren im Hause tätig, übt noch verschiedene internationale Beratertätigkeiten aus, ist Präsident der "Toques blanches"
  • 17 Mitarbeiter in der Küche, darunter 3 Patissiers und 3 Auszubildende
  • außer Brot/ Brötchen (Teiglinge) wird in der Patisserie alles selbstgemacht
  • rationelle Produktion durch Vakuumieren und Einfrieren
  • bis zu 300 Pax/ Tag
  • Roomservice bis 50 Pax/ Tag !
  • Bankett: 2 Räume für 100-150 Personen; bei Bedarf externes Personal
  • kein Catering (ist in Paris allgemein nicht üblich!)
  • 35h-Woche für das Personal - daher Einschränkung des Service (Restaurant schließt um 22.30 Uhr; danach nur noch Room-Service)

Wir schauen noch in die Empfangshalle des nahegelegenen Hotel Georg V und sind beeindruckt vom Glanz des Hauses. Allein schon der Blumenschmuck ist überwältigend! Da überraschen uns die Preise nicht: 700 für eine Nacht, 13 für ein Stück Kuchen ...

Streifzüge durch Paris

Neben den touristischen Highlights der Stadt "erlaufen" wir in kleineren Gruppen alle aus Konditoren-Sicht interessanten Confiserien, Konditoreien und Cafés. Oder jedenfalls fast alle ...

 

  1. Paul (rue de Seine)
    Moderne Bäckerei-Kette mit Café in nostalgischem Flair.
    Wir frühstücken in gemütlicher Atmosphäre. "Le Parisien", "Le Continental" oder "Le Complet"?
  2. Pierre Hermes
    Zwei seiner Läden werden gerade renoviert. Nur im Schaufenster, das an ein Juweliergeschäft erinnert, sehen wir einige der "süßen Kostbarkeiten". (71, rue Bonaparte  und rue de Vaugirard)
    Den dritten Laden findet eine Gruppe in einer Seitenstrasse des Champs Élysées dann doch noch geöffnet.
  3. La Maison du Chocolat (19, rue de Sévres)
    Confiserie - Schokoladenduft liegt in der Luft, es gibt Kostproben - und niemand verlässt ohne eine mehr oder weniger gefüllte schokoladenbraune Tasche den Laden ...
    Auffällig: dunkle Kuvertüre dominiert, es gibt nur wenig Milch- und keine weiße Schokolade.
  4. Toraya (rue Royale)
    Japanische Konditorei
  5. Ludurret (rue Royale)
  6. Fauchon (Place de la Madeleine)
    DAS Feinkostparadies
  7. Hédiard (21, Place de la Madeleine)
    noch ein Feinkostparadies
  8. Hévin (rue St.Honoré)
    Hier gibt es die besten Trüffel! 110 das Kilo!
  9. Dalloyau (101, faubourg Saint-Honoré)
    Confiserie/ Konditorei mit modernem Café. Wir genießen den Nachmittag mit Kaffee, Champagner und Desserts. Tarte apricots, Mille feuille oder Opera - unser Favorit: "Volcano", ein kegelförmiges Dessert mit leichter Vanillecreme, Himbeeren und Pfirsichen. Außerdem Macaróns in den verschiedensten Farben und Geschmacksrichtungen ... Hmmm ...
  10. Chez Francis (Place de'lAlma)
    Hier lassen wir den Abend nach dem Messebesuch ausklingen (Einladung von Heimbs!). Krönender Abschluss: Crème brûlée
  11. Chartier (Montmartre)
    Insidertipp (leider keine Reservierung für die ganze Gruppe möglich). Einfache französische Küche und Hofbräuhaus-Atmosphäre, immer voll ...Preiswert und gut!
  12. Dame tatin (am Centre Pompidou)
    Bistro. Bei sommerlichen Temperaturen sitzen wir draußen am Brunnen und probieren uns durch die Karte (viele kleine Portionen).
  13. Hotel Lutetia (45, boulevard Raspail)
  14. Hotel Prince de Galles (12, rue Quentin Bauchard)
  15. Hotel Georg V (Avenue Georg V)

Zu guter Letzt möchten wir uns nochmals bei Herrn Dobbertin für die nicht immer leichte Organisation unserer Reise ganz herzlich bedanken!